Fahrlehrer Zusatzspiegel Bergkessel
 

 

Fahrlehrer-Zusatzspiegel "FaZuB"
III E4 01 2078 (ECE/UNO-konform) und III e4 02*2078 (EEC/EU-konform)

Beschreibung zur Entwicklung eines Zusatzspiegels, aufgrund der maßgeblichen Verordnungen und Kriterien, welche zum Ergebnis des FaZuB-Spiegels geführt haben.

Ausgangs waren folgende Kriterien zu berücksichtigen:

01. Der rechte Außenspiegel am Pkw muss dem Fahrschüler zur Verfügung stehen.
02. Ein zusätzlicher Außenspiegel für den Fahrlehrer soll unbedingt rechts und möglichst auch links verfügbar sein.
03. Zusatzspiegel müssen abnehmbar sein.
04. Zusatzspiegel, welche dem Fahrlehrer für die Verkehrsbeobachtung nach hinten dienen, müssen, im Gegensatz zum sogenannten Augenspiegel (dieser unterliegt wie auch der Schminkspiegel keiner speziellen Bauvorschrift), bauartgenehmigt mit einer ECE-Zulassung ausgestattet sein.
05. Zusatzspiegel sollen im Wesentlichen das gleiche Sichtfeld widerspiegeln, welches sich im jeweiligen Außenspiegel am Fahrzeug ergibt.
06. Zusatzspiegel dürfen dem Fahrschüler keine übermäßige Sichtbehinderung bieten und ihn nicht irritieren.
07.
Dieser Zusatzspiegel soll universell auf möglichst viele Fahrzeugtypen passen und beidseitig verwendbar sein.
08.
Dieser Zusatzspiegel soll in seiner Einstellung fixierbar sein.
09. Er soll einfach, schnell und sicher montierbar und demontierbar sein, ohne den Einsatz von Werkzeugen
10. Er muss für Geschwindigkeiten bis 130 km/h uneingeschränkt gebrauchstüchtig sein.
11. Der Gebrauch dieses Spiegels soll den Originalzustand des Autos nicht nachhaltig verändern.

Untenstehend finden Sie zu den Punkten 01.-11. eine ausführliche Erläuterung. Sie können auf den gewünschten Punkt auch klicken.

Erläuterungen:

zu 01. Im heutigen Verkehr gibt es immer wieder Situationen, in denen der Fahrschüler ohne rechten Außenspiegel keine sichere Fahrentscheidung mehr treffen kann. Er hat z.B. keine ausreichende Sicht in den rechten Nachbarstreifen, wenn hinter ihm ein Lkw oder Bus fährt und er die Möglichkeit eines Fahrstreifenwechsels nach rechts abklären möchte.
Eine entsprechende Vorschrift im DV-Fahrlehrer Gesetz war für die Zukunft zu erwarten.

zu 02. Wenn dem Fahrschüler der rechte Außenspiegel zur Verfügung gestellt wird, muss der Fahrlehrer einen rechten Zusatzspiegel haben, um ausreichend das Verkehrsgeschehen rechts hinten beobachten zu können. Da aber folgende Situation - der Fahrschüler bereitet einen Fahrstreifenwechsel nach links vor, der Fahrlehrer möchte Hilfestellung geben, hat aber im Innenrückspiegel einen Lkw und kann den nachfolgenden Verkehr von links nicht beobachten- auch einen linken Zusatzspiegel erfordert, sollte auch dieser vorhanden sein.                  


zu 03. In der EG-Richtlinie 71/127/EWG über Rückspiegel von Kraftfahrzeugen werden im Anhang I unter Punkt 6 Rückspiegelgruppen von 1-5 aufgeführt.
Es sind Innenspiegel und verschiedene Außenspiegel. Alle Spiegel dienen jedoch der rückwärtigen Beobachtung. Im Anhang III unter Punkt 2.1.1 und Punkt 2.2.1 sind vorgeschriebene und zusätzlich erlaubte Spiegel für die unterschiedlichen Kfz-Typen aufgeführt. Danach müssen Pkw einen Innenspiegel und einen linken Außenspiegel haben und dürfen zusätzlich einen rechten Außenspiegel haben. Darüber hinaus sind keine Spiegel erlaubt. Erst im DV-Fahrlehrer Gesetz wird der zusätzliche Außenspiegel verlangt und somit bei Ausbildungs- und Prüfungsfahrten legitimiert.
Hieraus folgert, dass außerhalb des Fahrschuleinsatzes Zusatzspiegel nicht am Fahrzeug verbleiben dürfen. Zudem möchten viele Fahrlehrer im privaten Bereich ein neutrales Fahrzeug fahren.

zu 04. In der EG-Richtlinie 71/127/EWG ist nicht nur die Anbringung von Kfz-Rückspiegeln vorgeschrieben, sondern auch die Spiegelkonstruktionen im Verfahren der Bauartgenehmigung. Entsprechende Bau- und Prüfungsvorschriften findet man im Anhang II. Hier sind unter anderem Mindestspiegelmaße und Spiegelradien vorgeschrieben.                  


zu 05. Zusätzlich zu den Mindestmaßen und Spiegelradien sind auch bestimmte Sichtfelder vorgeschrieben.
Dieser Spiegel erfüllt, nach monatelangen Versuchen mit unterschiedlichen Spiegelradien, in seiner jetzigen Ausführung (~ 1200 mm) in idealer Weise die Bauvorschriften sowie die Fahrlehreranforderung, auf möglichst kleiner Spiegelfläche den notwendigen Straßenausschnitt zu sehen, welchen auch der Fahrschüler im jeweiligen Außenspiegel sieht, ohne aufgrund der Spiegelwölbung eine schwer einzuschätzende Verzerrung im Spiegelbild zu haben. Der Spiegel ist also bei optimalem Bildausschnitt in kleinstmöglichster Ausführung gehalten.

zu 06. Für die Ausbildung ist es unerlässlich, alle unnötigen Sichthindernisse für den Fahrschüler zu vermeiden. Ist der Zusatzaußenspiegel, welcher auf dem Außenspiegel des Fahrzeugs aufgesetzt wird, etwa gleich groß dimensioniert, so wird erstens der Blick des Fahrschülers im Heranfahren an eine Kreuzung, nach rechts in die Querstraße außerordentlich behindert und zweitens besteht viel eher die Möglichkeit, dass der Fahrschüler in den verkehrten Spiegel schaut, da bei gleich großen Spiegeln der Blick nicht mehr automatisch in den größeren Spiegel gelenkt werden kann. Es kommt zu vermeidbaren Irritationen und größere Bereiche von rechten Querstraßen können nicht mehr eingesehen werden. Entsprechende Versuche haben diese eklatante Gefahr erkennen lassen.                  


zu 07. Um einen qualitativ hochwertigen Spiegel noch vertretbar günstig vertreiben zu können, musste eine universell verwendbare Lösung gefunden werden, damit die Produktionskosten im Rahmen gehalten werden konnten.

zu 08. Da dieser Spiegel öfter auf- und abmontiert wird, sollte er unbedingt in seiner Einstellung feststellbar sein. Erstens wird ein lästiges Wiedereinstellen nach zwischenzeitlicher Demontage vermieden und außerdem wäre im Winterbetrieb, bei eingefrorener Seitenscheibe, welche nicht zu öffnen geht, ein Wiedereinstellen des Spiegels nicht mehr möglich.                  

zu 09. Um das tägliche Auf- und Abmontieren des Spiegels in sicherer Weise zu gewährleisten, ist bei dieser Ausführung ein patentiertes Halterungssystem verwendet worden. Es besteht im Wesentlichen aus zwei Halte- und zwei Verbindungselementen. In der Verbindung dient der Gummiriemen als Montageerleichterung und zweiter Sicherung und der Zurrriemen garantiert einen ausreichend festen und sicheren Sitz des Spiegels. Für die Spiegeleinstellung wird lediglich eine Münze benötigt.

zu 10. Die eben beschriebene Halteeinrichtung gewährleistet auch bei Geschwindigkeiten bis 130 km/h, den sicheren und uneingeschränkten Gebrauch des Spiegels. In Versuchen wurden auch Geschwindigkeiten oberhalb 130 km/h erfolgreich durchgeführt.                  

zu 11. Wenn dieser Spiegel nach Gebrauchsanleitung zum Einsatz kommt, so wird auch bei häufiger Spiegelmontage der Fahrzeugspiegel nicht beeinträchtigt werden und das Fahrzeug ist bei privater Nutzung oder bei Veräußerung immer durch Abnehmen der Zusatzspiegel in seinen Originalzustand zu bringen.

Peter Bergkessel
Entwickler des FaZuB

Updated: 20095-04-2
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